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Die Apfelliste 2016

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Stranger Things – Kyle Dixon und Michael Stein

Tuck – Katie Gately

The Pop Kids – Pet Shop Boys

Operator (DJ Koze’s Disco Edit) – Lapsley

Action – Cassius mit Cat Power

Augustine – Blood Orange

The Governor – Nicolas Jaar

Love Me In Whatever Way – James Blake

Solitude – M83

33 “GOD” – Bon Iver

Famous – Kanye West mit Rihanna

Innerbloom – RÜFÜS

Shutdown – Skepta

[...mehr von “Die Apfelliste 2016” ]

Apfelliste Oktober

Beelitz Heilstätten
Only Heaven – Coldcut mit Roots Manuva
Tiimmy Turner (Remix) – Desiigner mit Kanye West
The Governor – Nicolas Jaar
I Don’t Want To Watch You Read  - Marc Houle
Rocket USA – Suicide
Caminho De Dreyfus – Red Axes
Kids… – A Tribe Called Quest mit Andre 3000
Tuck – Katie Gately
Consequences Of Love (Chris & Cosey Remix) – Death in Vegas
Labyrinth – Tuff City Kids mit Annie
Shottin – Swet Shop Boys
Grey – Kölsch
Floating Forest – Kuedo
On Hold – The xx
You Want It Darker – Leonard Cohen

blond ist der neue R’n'B. Warum Frank Ocean der Zeitgeist-Komponist ist.

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blond beginnt mit vocodierter Heliumstimme und cloudigen Rhodes. Die halbe Popwelt wartet also 1532 Tage auf das Nachfolgealbum zu Channel Orange (2012), auf die Rückkehr dieser besonderen Stimme, und dann gibt Frank Ocean die Micky Maus und lässt sein Publikum noch 3 Minuten länger warten, bevor er mit dem Outro von Nikes das perfekte Intro für blond schafft. Dieses Prinzip der Inversion zieht sich durch ein Album, das keine Radio-Hits aneinanderreiht, das weniger Sgt. Pepper denn White Album ist. Doch was vielerorts bemängelt wurde, ist seine eigentliche Stärke.

blond ist nicht zum Nebenbeihören gemacht oder als schnelle Endorphinschleudermaschine. Hier ist Ocean ganz Vertreter der Party-Hauntology. [...mehr von “blond ist der neue R’n'B. Warum Frank Ocean der Zeitgeist-Komponist ist.” ]

Kayne West ist eine Meerjungfrau

Kurz vor Weihnachten 2014 veröffentliche Beyoncé ohne große Ankündigung von heute auf morgen ihr Album XO und zeigte der breiten Masse einen Marketing-Trick, den Copperfield nicht besser hätte erdenken können. Aber anstatt sich mit dem Trick zu begnügen, vor der verblüfften Menge das Kaninchen aus dem Pop-Zylinder zu zaubern, machte sie die Zuschauer selbst zu weißen Kaninchen. Seitdem rennen diese Verfolger durch das Netz wie durch ein Wunderland, die Angst im Nacken, ein weiteres Release zu verpassen; stets ein »Too late, too late« auf den Lippen. Obwohl Surprise-Releases seitdem alles andere als selten geworden sind, erzielen sie doch noch immer den gewünschten Effekt: Neugier und Aufmerksamkeit.

Die Idee an sich ist nicht neu. Bereits 1842 erfährt der New Yorker Unternehmer P. T. Barnum von einer angeblichen Meerjungfrauen-Mumie. Die stellte sich schnell als Fälschung heraus, als eine Mischung aus Affe, Fisch, Pappmaschee und Farbe – was Barnum aber nicht interessierte. Er ließ stattdessen einen Londoner Biologen kommen, um die Echtheit des vermeintlichen Fundes zu bestätigen. Obwohl dieser Dr. J. Griffin niemand anderes als Barnums Mitarbeiter Levi Lyman war, lehnte er eine Ausstellung der Meerjungfrau ab. [...mehr von “Kayne West ist eine Meerjungfrau” ]

Die Entdeckung der Lässigkeit. Joshua Groß neuer Roman Faunenschnitt

 

 

 

Milos Archibald Novalsky, der „moderne Graf von St. Germain“, ist einer der faszinierendsten und zugleich unbekanntesten deutschen Schriftsteller. Seine Werke sind unauffindbar, einige wenige Originalausgaben sollen sich im Nachlass der Bibliothek von Borges befinden. Es ist wahrlich ein großes Pech für die Literaturgeschichte, dass dieser Gefährte von Brinkmann und Fauser, Bettpartner von May Spils (Regisseurin des unerreichten Zur Sache Schätzchen) sowie seltener Vertreter eines postmodernen, deutschen Literatursurrealismus so in Vergessenheit geriet, wie er es leider Zeit seines Lebens wollte.

Zum Glück gibt es Joshua Groß. Seine Romane, Erzählungen, Gedichte und Novellen sind auffindbar. Und mit dem diese Tage veröffentlichten Post-Roman Faunenschnitt entzündet er ein bengalisches Feuer, das man nicht vergessen wird und ebenso fasziniert, wie die Figur Novalsky, die durch die Buchseiten und Fußnoten geistert.

 

2105170_1_articledetailpremium_5765b1efde112Faunenschnitt ist eines dieser Bücher, das Lektoren um den Verstand bringt: Sie verzweifeln bei dem Versuch, einen Klappentext oder eine Zusammenfassung zu verfassen. Aber sie können auch nicht davon ablassen, weil es brillant geschrieben ist. Groß gibt der deutschen Literatur eine Sprache der Lässigkeit, die man ihr nicht mehr zugetraut hätte. Und einen Roman voller schimmernder Paralleluniversen; [...mehr von “Die Entdeckung der Lässigkeit. Joshua Groß neuer Roman Faunenschnitt” ]